Was wir vielleicht nicht wissen wollen - Seite 2

Warum ich diese Geschichte erzähle? Wäre ich weitergefahren, hätte ich nie herausgefunden, dass dies kein Fuchs war und hätte den Ärger und die Trauer in mir behalten. Der Mensch ist viel hilfreicher für sich und andere, wenn er weiss, was los ist und weiss, was zu tun ist. Wäre es tatsächlich ein toter Fuchs gewesen, ich hätte für ein würdiges Begräbnis sorgen und verhindern können, dass weitere Autos seinen Körper entstellen. Wäre es ein schwer verletzter Fuchs gewesen, hätte ich ihn zum Tierarzt fahren können, um ihm zu helfen (ggf. seinen Körper zu verlassen). Und wenn es, wie hier, kein Fuchs ist, kann ich dankbar aufatmen und muss nicht auf die Welt schimpfen.

Lieber sehe ich die Dinge. Im Zweifelsfall kann ich meine Liebe und Anerkennung vermitteln oder noch einfacher: Ich bitte die Engel oder Kraftiere um die beste Lösung für alle Beteiligten, einschliesslich mir. Also, nur Mut! Es ist gut, zu sehen, zu hören, zu fühlen, ja, zu wissen. Nur dann können wir handeln. Wie der so oft zitierte Moshe Feldenkrais schon sagte: "Wenn du weißt was du tust, kannst du tun, was du willst."

Wichtig ist, in keiner Situation mit dem Tier mitzuleiden. Erstens ist das schlecht für Euch, denn warum sollen zwei leiden? Ich glaube nicht daran, dass geteiltes Leid halbes Leid ist. Zweitens: Seid Ihr schon einmal bemitleidet worden? Wie hat es sich angefühlt? Geht es einem dann besser als ohne Mitleid? Ich kenne niemanden, der Mitleid als konstruktiv empfindet. Mitgefühl hingegen kann helfen. Wenn ich weiß, da ist jemand in Gedanken manchmal bei mir, da erkennt jemand an, was ich da für Arbeit leiste und auf mich nehme, dann fühle ich mich nicht mehr so allein.