Nächtliche Träume und Tierkommunikation

Wenn ich im Rahmen meiner Arbeit nach der Bedeutung von Träumen gefragt werde, dann antworte ich, dass es meiner Erfahrung nach fünf Arten von Träumen gibt:

 

1. Chaosbeseitigung

Diese Träume sind einfach nur "Gehirn ordnen und fit machen für den nächsten Tag" - große Ablage sozusagen. Diese Träume sind oft absurd und wirr. In der Regel vergessen wir sie schnell wieder. Sie wirklich inhaltlich zu verstehen, ist fast unmöglich.

 

2. Emotionale Verarbeitung

Kindheitsszenen, verletzte Gefühle, noch nicht verdaute Konflikte bestimmen die Handlung. Diese Träume helfen dabei, mit unseren Traumata emotional entweder besser umzugehen oder sie bringen sie so an die Oberfläche, dass wir uns ihnen im Wachzustand auf neue Weise stellen. Manchmal auch erstmals.

 

3. Präkognition

Wir werden durch das, was im Traum passiert, auf ein zukünftiges Ereignis so vorbereitet, dass wir unsere Handlung im Wachzustand anpassen können. Wir blicken durch ein kleines Zeitfenster in die Zukunft.

 

4. Führung

Gott, das Universum, Krafttiere, unser Unterbewusstsein. Wer auch immer, aber es gibt eine Kraft, die uns in Träumen begegnet und entsprechende Szenen präsentiert, die uns etwas lehren sollen. "Tu nicht dies, tu lieber das" -Träume.

 

5. Heilung

Durch die im Traum entstehenden Bilder und Handlungen bekommen wir neue Kraft, Hoffnung oder neuen Mut. Wir fühlen uns besser, wenn wir aufwachen. Friedlich, optimistisch, gestärkt.

 

Es gibt indigene Kulturen, die ganz klar zwischen kleinen und großen Träumen unterscheiden. Präkognition, Führung und Heilung zählen dazu. Oft haben wir Menschen diese Träume, erinnern uns aber nicht oder nur vage daran. Das ist dann zwar schade, tut aber oft der Wirkung keinen Abbruch, denn die übertragenen Informationen haben ihren Weg in unser Unterbewusstsein trotzdem gefunden. Man erkennt diese Träume morgens an dem Gefühl, viel geträumt, aber kaum Details behalten zu haben.

 

Die Rolle der Träume im Rahmen unsere Beziehung zu denen, die wir lieben, ist spannend anzuschauen, wenn es um das Thema Tierkommunikation geht. Ich habe mehrere Träume gehabt, deren Inhalt mein Handeln in Bezug auf mich oder die Tiere und Menschen um mich herum signifikant verändert haben. Ich nenne Euch mal drei Beispiele aus der näheren Vergangenheit:

 

Beispiel eins betrifft Phoebe, meine Hundefreundin. Sie hatte einen Halsinfekt, so schien es. Sie vermittelte mir Halsschmerzen und Atembeschwerden. Es war spät abends und ich war besorgt. Zum Einschlafen (neben ihr, damit ich auf keinen Fall verpasse, wenn es ihr schlechter geht), grübelte ich darüber, ob ich mit ihr zu Spezialisten in die weiter entfernte Tierarztpraxis (falls es etwas schlimmeres sein sollte) oder zu unserer Haus-und Hof-Tierärztin fahren sollte. In meiner Sorge tendierte ich zu den Spezialisten und war geneigt, Phoebes "Ist nicht dramatisch, mach Dir keine Sorgen" nicht gelten zu lassen. In der kurzen Nacht träumte ich von einer kleinen schwarz/weißen Katze, die krank war. Ich lebte in einem altertümlichen Dorf, in dem es einen rustikalen Tierarzt gab. In der großen Stadt gab es eine luxuriöse Klinik, die alles hatte, was das Herz begeht. Im Traum erfuhr ich klar und deutlich, dass ich in die weniger gut ausgerüstete kleine Praxis im Ort gehen sollte. Das tat ich auch. Und siehe da, der Katze ging es wieder gut.

 

Phoebe ist auch schwarz/weiß. Als ich aufwachte, war alles klar. Ich entschuldigte mich bei Phoebe dafür, dass ich mich beinahe über sie hinweggesetzt hätte und fuhr zu unserer Tierärztin in der Nähe. Es war genau die richtige Entscheidung - Phoebe ging es mit der entsprechenden Behandlung sofort wieder gut.

 

Im zweiten Beispiel geht es um meine Freundin Jette, die Hündin meiner Großeltern. In einer Nacht träumte ich, dass sie eine braune, schlecht riechende Stelle auf ihrer linken Maulseite innen hat. Als ich am nächsten Morgen zu ihr fuhr, entdeckte ich an denau der Stelle einen Zahn mit Karies und gerötetem Zahnfleisch. Meine Großeltern erzählten mir dann, dass sie am Vortag schlapp gewesen war und sich wenig für Essen interessiert hatte. Auch hier wurde mit der richtigen Behandlung sofort alles gut.

 

Das dritte Beispiel betrifft mich selbst. Ich hatte seit einigen Tagen einen merkwürdigen Schmwerz in der Seite. Nichts half wirklich, so dass ich in Erwägung zog, bald einen Arzt aufzusuchen (was ich eigentlich nie tue). Schließlich träumte ich von einer bestimmten Stelle am Arm, in die ich eine Akupunkturnadel stechen sollte. Als ich aufwachte, wandte ich mein laienhaftes Akupressurwissen an und übte Druck auf die entsprechende Stelle aus. Am selben Tag verschwand der Schmerz fast vollständig. Mit Hilfe einer TCM-Praktizierenden erfuhr ich, wofür der Punkt stand und sie konnte gut nachvollziehen, warum ich die Schmerzen gehabt hatte.

 

Träume gehören für mich zum Leben dazu, sie beeinflussen mich. Ich möchte Euch gern einladen, offene Fragen öfter mal mit zu Bett zu nehmen. Besonders, wenn wir emotional involviert sind in Bezug auf unsere Lieben, mit oder ohne Fell, kann es manchmal sein, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Einen Traum wie einen Film zu durchleben hat etwas entspannend passives - Informationen finden ihren Weg zu uns, wir müssen sie nicht suchen.

 

Also: Träumt was Schönes!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Jeanette (Donnerstag, 17 März 2016 05:55)

    Wunderschön zu lesen und unglaublich nachvollziehbar.
    Ich hätte so gern eine entspanntere Haltung zum Leben um mehr von diesen schönen Dingen geleitet zu werden.

  • #2

    Heike Gleibs (Donnerstag, 17 März 2016 11:32)

    Danke fürs Teilen, liebe Christine.
    Ich träume oft wirr und kann mich sehr selten an etwas erinnern.
    Vor zwei Tagen hatte ich einen Traum, der mich glücklich aufwachen ließ und den ich auch gern teilen möchte. Bin mir nicht ganz sicher, wo der einzuordnen ist:
    Befinde mich auf einer Veranstaltung mit 200 Leuten, gute Stimmung, alle schick angezogen, auf der Bühne wird eine stolze Rede gehalten von einem Herrn im Anzug. Zuletzt kündigt er mit großer Freude an, dass wir zum Mittag Schildkröteneier serviert bekommen.
    Innerlich schnappte ich nach Lust, zögerte etwas, um dann aufzustehe und meine Meinung zu sagen.
    Plötzlich und unerwartet wurde die Veranstaltung abgebrochen, jemand fragte mich, ob wir das intern regeln können. Ich blieb beim Nein.
    Das hat sich total gut angefühlt.
    Seit einem Jahr versuche ich, mich stärker für den Tierschutz einzusetzen. Ich glaube, ich wachse auch daran. Ich lebe mehr meine Werte, die schon so lange in mir stecken, wie ich denken kann.