Wenn jemand krank ist

Heute war ich mit Phoebe, Mio und Jette auf dem Stoppelfeld. Weil es meiner Oma, die wir (und damit meine ich auch die drei Hunde) sehr lieben, ziemlich schlecht geht, habe ich den dreien erzählt, wie der aktuelle Stand ist. Wie das geht? Einfach reden - klar und ohne viel Umschweife. Genau so, wie man mit einem Erstklässler reden würde. Nicht zuviel Worte benutzen. Alle drei waren dankbar für die Info. Dieses Bild entstand 5 Minuten vor dem Gespräch. Dabei haben sie sich um mich versammelt und wir haben ein wenig gekuschelt, getrauert und durchgeatmet.

Man kann Tieren alles erklären. Und wenn jemand krank und/oder fort ist, den sie lieben, egal ob Mensch oder Tier, dann sind sie froh, informiert zu werden. Zwar stimmt es, dass sie vieles eh mitkriegen. Aber im hektischen und besonders im emotional belasteten Alltag kann es passieren, dass sie nicht wirklich schlau werden aus unserem Denken oder Handeln. Zurück bleibt ein Gefühl von Verwirrung und Sorge. Wir schützen niemanden durch Nichtinformation. Ehrlichkeit und Authentizität, verantwortungsvoll und undramatisch, hilft Tieren genauso wie Menschen.

Nächtliche Träume und Tierkommunikation

Wenn ich im Rahmen meiner Arbeit nach der Bedeutung von Träumen gefragt werde, dann antworte ich, dass es meiner Erfahrung nach fünf Arten von Träumen gibt:

 

1. Chaosbeseitigung

Diese Träume sind einfach nur "Gehirn ordnen und fit machen für den nächsten Tag" - große Ablage sozusagen. Diese Träume sind oft absurd und wirr. In der Regel vergessen wir sie schnell wieder. Sie wirklich inhaltlich zu verstehen, ist fast unmöglich.

 

2. Emotionale Verarbeitung

Kindheitsszenen, verletzte Gefühle, noch nicht verdaute Konflikte bestimmen die Handlung. Diese Träume helfen dabei, mit unseren Traumata emotional entweder besser umzugehen oder sie bringen sie so an die Oberfläche, dass wir uns ihnen im Wachzustand auf neue Weise stellen. Manchmal auch erstmals.

 

3. Präkognition

Wir werden durch das, was im Traum passiert, auf ein zukünftiges Ereignis so vorbereitet, dass wir unsere Handlung im Wachzustand anpassen können. Wir blicken durch ein kleines Zeitfenster in die Zukunft.

 

4. Führung

Gott, das Universum, Krafttiere, unser Unterbewusstsein. Wer auch immer, aber es gibt eine Kraft, die uns in Träumen begegnet und entsprechende Szenen präsentiert, die uns etwas lehren sollen. "Tu nicht dies, tu lieber das" -Träume.

 

5. Heilung

Durch die im Traum entstehenden Bilder und Handlungen bekommen wir neue Kraft, Hoffnung oder neuen Mut. Wir fühlen uns besser, wenn wir aufwachen. Friedlich, optimistisch, gestärkt.

 

Es gibt indigene Kulturen, die ganz klar zwischen kleinen und großen Träumen unterscheiden. Präkognition, Führung und Heilung zählen dazu. Oft haben wir Menschen diese Träume, erinnern uns aber nicht oder nur vage daran. Das ist dann zwar schade, tut aber oft der Wirkung keinen Abbruch, denn die übertragenen Informationen haben ihren Weg in unser Unterbewusstsein trotzdem gefunden. Man erkennt diese Träume morgens an dem Gefühl, viel geträumt, aber kaum Details behalten zu haben.

 

Die Rolle der Träume im Rahmen unsere Beziehung zu denen, die wir lieben, ist spannend anzuschauen, wenn es um das Thema Tierkommunikation geht. Ich habe mehrere Träume gehabt, deren Inhalt mein Handeln in Bezug auf mich oder die Tiere und Menschen um mich herum signifikant verändert haben. Ich nenne Euch mal drei Beispiele aus der näheren Vergangenheit:

 

Beispiel eins betrifft Phoebe, meine Hundefreundin. Sie hatte einen Halsinfekt, so schien es. Sie vermittelte mir Halsschmerzen und Atembeschwerden. Es war spät abends und ich war besorgt. Zum Einschlafen (neben ihr, damit ich auf keinen Fall verpasse, wenn es ihr schlechter geht), grübelte ich darüber, ob ich mit ihr zu Spezialisten in die weiter entfernte Tierarztpraxis (falls es etwas schlimmeres sein sollte) oder zu unserer Haus-und Hof-Tierärztin fahren sollte. In meiner Sorge tendierte ich zu den Spezialisten und war geneigt, Phoebes "Ist nicht dramatisch, mach Dir keine Sorgen" nicht gelten zu lassen. In der kurzen Nacht träumte ich von einer kleinen schwarz/weißen Katze, die krank war. Ich lebte in einem altertümlichen Dorf, in dem es einen rustikalen Tierarzt gab. In der großen Stadt gab es eine luxuriöse Klinik, die alles hatte, was das Herz begeht. Im Traum erfuhr ich klar und deutlich, dass ich in die weniger gut ausgerüstete kleine Praxis im Ort gehen sollte. Das tat ich auch. Und siehe da, der Katze ging es wieder gut.

 

Phoebe ist auch schwarz/weiß. Als ich aufwachte, war alles klar. Ich entschuldigte mich bei Phoebe dafür, dass ich mich beinahe über sie hinweggesetzt hätte und fuhr zu unserer Tierärztin in der Nähe. Es war genau die richtige Entscheidung - Phoebe ging es mit der entsprechenden Behandlung sofort wieder gut.

 

Im zweiten Beispiel geht es um meine Freundin Jette, die Hündin meiner Großeltern. In einer Nacht träumte ich, dass sie eine braune, schlecht riechende Stelle auf ihrer linken Maulseite innen hat. Als ich am nächsten Morgen zu ihr fuhr, entdeckte ich an denau der Stelle einen Zahn mit Karies und gerötetem Zahnfleisch. Meine Großeltern erzählten mir dann, dass sie am Vortag schlapp gewesen war und sich wenig für Essen interessiert hatte. Auch hier wurde mit der richtigen Behandlung sofort alles gut.

 

Das dritte Beispiel betrifft mich selbst. Ich hatte seit einigen Tagen einen merkwürdigen Schmwerz in der Seite. Nichts half wirklich, so dass ich in Erwägung zog, bald einen Arzt aufzusuchen (was ich eigentlich nie tue). Schließlich träumte ich von einer bestimmten Stelle am Arm, in die ich eine Akupunkturnadel stechen sollte. Als ich aufwachte, wandte ich mein laienhaftes Akupressurwissen an und übte Druck auf die entsprechende Stelle aus. Am selben Tag verschwand der Schmerz fast vollständig. Mit Hilfe einer TCM-Praktizierenden erfuhr ich, wofür der Punkt stand und sie konnte gut nachvollziehen, warum ich die Schmerzen gehabt hatte.

 

Träume gehören für mich zum Leben dazu, sie beeinflussen mich. Ich möchte Euch gern einladen, offene Fragen öfter mal mit zu Bett zu nehmen. Besonders, wenn wir emotional involviert sind in Bezug auf unsere Lieben, mit oder ohne Fell, kann es manchmal sein, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Einen Traum wie einen Film zu durchleben hat etwas entspannend passives - Informationen finden ihren Weg zu uns, wir müssen sie nicht suchen.

 

Also: Träumt was Schönes!

 

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Ausziehen, bitte!

Eine wichtige Anregung von Phoebe und mir betrifft das Wohlbefinden der Hunde:

Photo: Leonie Hochrein​
Photo: Leonie Hochrein​

Halsbänder und Geschirre sollten nicht ständig am Hund sein. 

 

Auch wenn sie passen: Sie drücken, wenn man draufliegt und es wird unbequem. Ich kenne Hunde, die sogar von Kopfschmerzen berichten oder sich blockiert fühlen davon. Und leider treffe ich viel zu viele Hunde zu mit engen Halsbändern. Das schränkt die Atmung ein. Diesen Hunden merkt man oft nichts an, sie sind es ja gewohnt. Das macht es aber nicht ok. Zusätzlich potenziert wird das Ganze übrigens durch Wärme. Alles dehnt sich aus. somit fühlen sich durchaus auch Halsbänder plötzlich enger an. Außerdem lohnt es sich, zu schauen, ob alles noch passt - oder legt man das Geschirr immer gleich an, obwohl sich die Figur des Hundes möglicherweise verändert hat?

 

Vielleicht hast Du persönlich einen wirklich guten Grund, Deinen Hundefreund "angezogen" zu lassen. Es gibt ein paar. Aber wenn es einfach gewohnheitsmäßig dranbleibt, dann denk doch mal dran. Dein Hund wird es Dir danken. 

 

Bei uns kommen Geschirre sofort nach dem Spaziergang, auf Wunsch und wenn alles sicher ist, manchmal auch während dessen, ab. 

 

Ich habe extra ein Bild gewählt, wo Phoebe ernst und eindringlich schaut. Uns ist dieses Thema sehr wichtig. 

 

Also, runter mit den Klamotten! :-)

 

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Welpen nerven - und zwar richtig

Da! Ich hab´s gesagt.

Nicht falsch verstehen. In erster Linie sind die bezaubernd und wundervoll und eine Freude. Ich habe oft mit Welpen zu tun und natürlich liebe ich sie auch. Aber wir können nicht leugnen, dass die meisten von ihnen aus Hundesicht laut, unkontrolliert und frech sind. Sie stellen einem das ganze Haus auf den Kopf und nichts läuft mehr wie vorher.

 

Und genau das ist der Grund, warum sich nur wenige Hunde (und Katzen übrigens auch) unbändig freuen, wenn ihre Menschen plötzlich beschließen, es solle nun jungen Familienzuwachs geben. So häufig habe ich mit Tieren kommuniziert, für die diese Entscheidung schwierig war.

 

Da kriegt man als reifer Familienhund plötzlich einen Welpen vorgesetzt. Den hat man ab da am Ohr, an der Pfote, am Schwanz, an den Lefzen. Er liegt auf Bett, Sofa, Decke. Er unterbricht einen beim Essen, beim Ruhen, meim Gehen, beim Schnüffeln, beim Kuscheln mit seinen Leuten, beim Trinken, beim Schlafen. Er rennt einen über den Haufen, er bellt, wirft Dinge um, zerkaut seine Spielsachen, ist dauernd wach und macht Pfützen auf den Teppich.


Wenn ein junger Hund zu einem älteren dazu kommt, ist sich der Senior zudem oft sehr im klaren darüber, das Junior bald größer und stärker sein wird als er. Das macht vielen Sorge - zu Recht. Deshalb wird Junior früh von Senior in Schach gehalten, vielleicht sogar ungerecht behandelt. Das führt zu Frust bei Junior. Und sobald dieser groß genug ist, wird sich dieser Frust womöglich in Richtung Senior entladen. Und schon hat man einen Streit im Haus und zwei missverstandene Hunde, die um ihren Platz fürchten.

 

Die alternative Version ist ein älterer Senior, der früh erkennt, gegen den Familienzuwachs nichts aurichten zu können. Da bleibt einem dann nur der Rückzug und das Zulegen eines dicken Fells. Häufig wird diese Version fälschlicherweise so interpretiert, dass der Senior den Junior geduldig und wohlwollend aufgenommen hat und zufrieden mit der Situation ist. Tatsächlich hat er aber einfach aufgegeben.

 

Wenn ein Tierkind zu einem reiferen Tier dazu gesetzt wird, empfehle ich folgendes:

Frage Dich, warum Du Zuwachs möchtest. Gibt es einen guten Grund, dann frage Dein Tier, ob es diesen Zuwachs auch möchte. Sagt es ja, dann frage es, worauf Du achten musst, damit es ihm gut geht. Freiräume, Alleine-Zeit mit Dir, gelegentlich geschlossene Zimmertüren? Wie soll der Nachwuchs aussehen? Und...sicher, dass es ein Welpe sein muss?

 

Mein persönlicher Appell an alle Hundeliebhaber: Wenn ein Welpe zu einem Senior dazu kommt, fragt Euch nochmal, ob es unbedingt ein groß werdender Welpe werden soll, der zusäzlich zur Umgewöhnung auch noch eine körperliche Bedrohung darstellt. Und ich sage extra Bedrohung, denn ältere Hunde fühlen sich oft körperlich nicht mehr so sicher auf allen vier Füßen. Das macht ihnen Stress im Umgang mit anderen Hunden, die wild und groß sind. Selbst kleine wilde können schwierig sein.

 

Und natürlich gibt es die Fälle, wo alt und jung total glücklich übereinander sind. Manche älteren Tiere freuen sich sogar über junge. Aber erfolgreiche Zusammenführungen sind in der Regel aufmerksamen Menschen geschuldet, die sich reiflich überlegt haben, ob diese Konstellation passend ist - und dann beide Familienmitglieder sorgfältig begleitet haben.


Hier findet Ihr Adressen guter Hundtrainer und Tierkommunikatorinnen, die Euch dabei helfen können, dass es gut klappt.

 

Ein Hoch auf unsere Hundesenioren - sie sind wunderbar. Und sie haben es verdient, ihren Lebensabend in der Gesellschaft zu verbringen, die sie mit ausgewählt haben.

 

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Die sind aber gut erzogen!

Warum ich das verneinen muss und es am Thema vorbei geht.

So oft höre ich diesen als Kompliment gemeinten Satz, wenn ich meine 1-3 Freunde in Hundegestalt bitte, bestimmte Höflichkeitsregeln einzuhalten. An die Seite zu gehen, wenn ein Fahrrad oder ein Auto kommt, zum Beispiel. Oder zu einem angeleinten Hund entgegen ihrem Wunsch nicht hinzulaufen, sondern zu mir zu kommen, sich anleinen  lassen und brav vorbeigehen.


Die Hunde in meinem Leben sind nach den Maßstäben vieler Trainer gar nicht gut erzogen. Sie entscheiden sehr viel selbst. Aber bei bestimmten Dingen kann ich mich 100%ig auf sie verlassen, weil ich es intensiv erklärt und geübt habe. Unser wichtigstes Signal ist beispielsweise das "STOP". Mit viel Geduld und Leckerbissen schon im Welpenalter beigebracht, bedeutet es bei uns soviel wie:


"Egal was du gerade tust, geliebter Hund, unterbrich es SOFORT, setze dich, wenn es die Bodenverhältnisse zulassen, hin und schau mich an. Ich sage dir dann, ob du zu mir kommen sollst oder du einfach weitermachen kannst."


Das hat Phoebe mindestens zweimal das Leben gerettet im Laufe der letzten zwölf Jahre und uns zudem vor unzähligen unangenehmen Begegnungen bewahrt. Jette und Mio beherrschen dieses Kommando auch, und auf sie trifft dasselbe zu. Man kann es auch älteren Hunden leicht beibringen.


Ich verlange von meinen Freunden keinen Gehorsam. Die Hunde in meinem Leben SIND einfach so großartig. Und wir sind so verbunden, dass wir wirklich gern etwas nettes füreinander tun, wann immer sich der andere gerade besser auskennt. So wie ich bei vielbefahrenen Strassen. Oder Phoebe beim Suchen von Gegenständen.


Gleichzeitig ist es durchaus möglich, dass mich die selbe Phoebe buchstäblich im Regen stehen lässt, weil sie findet,  sie müsse noch nicht ins Haus. Und ich damit auch nicht.


Also... Nix Gehorsam. Gute Absprachen. Große Liebe. Viel Freiheit. Aber danke für das Kompliment! :-)

Hunde im Auto

Nicht alle wissen davon, aber Hunde sind stoßempfindlich im Auto.

Eine Decke im Kofferraum fängt eine holprige Fahrt nicht auf. Besonders ältere Hunde oder Hunde mit Gelenkproblemen, aber auch gesunde, junge Hunde finden das schwierig und müssen ihre Muskeln stark anspannen, um das Schaukeln auszugleichen. Das kann tatsächlich zu Muskelkater nach der Autofahrt führen. Man hat schließlich als Hund keine Daumen zum Festhalten.

 

Nun sagt Ihr darauf vielleicht: "Mein Hund springt aber immer freudig ins Auto!" - Kann sein. Er freut sich ja auch sicher, mit von der Partie zu sein und hat etwas schönes mit Dir vor. Und vielleicht weiß er nicht, dass sich Autofahren auch angenehmer anfühlen kann. Oder es macht ihm tatsächlich gar nichts aus. Alles möglich.

 

Eine Matratze hilft

Viele Hunde, mit denen ich kommuniziert habe, bevorzugen eine feste Matratze. Sie darf gern eine zerschnittene und ausrangierte von Euch sein. Sie sollte dick und stabil genug sein, um genügend Stoßdämpfung zu bieten. Und nicht so weich sein, dass man tief darin versinkt.

 

"Mir wird hinten im Auto immer schlecht"

Hunde, denen schlecht wird, geht es, das weiß ich aus vielen Gesprächen, ebenfalls auf schlecht gepolstertem Boden weniger gut. Das liegt an der mangelden Stoßdämpfung, das mach die Fahrt nur holpriger. Zudem geht es ihnen wie uns Menschen: Je weiter hinten sie im Auto sitzen, desto übler wird es ihnen in der Regel. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, über einen Platz auf der Rückbank zu sprechen. 

Safety first

Aus Sicherheitsgründen sollte man natürlich auch als Hund nicht unangeschnallt sein. Weil das aber auch unbequem werden kann, wenn der Gurt spannt oder sich verdreht, haben Phoebe und ich folgende Lösung gewählt, die seit Jahren toll funktioniert:

 

Eine faltbare Transportbox (in unserem Fall der Marke Pelzi) wird mit einer zurechtgeschnittenen viscoelastischen Matratze ausgelegt. Der Reißverschluss der langen Seite ist geschlossen, der zur kurzen Seite ist offen für einen bequemen Ein- und Ausstieg. Kann man bei Bedarf während der Fahrt schließen. Die Box ist auf der Sitzbank fest fixiert zwischen Vordersitz und Rückenlehne der Rückbank.

 

Der große Vorteil an der Rückbank, findet Phoebe, ist die Möglichkeit, durch die Sitze nach vorn schauen zu können. Außerdem spürt man die kühlende Klimaanlage besser. 

 

Ein weiterer Vorteil der faltbaren Transportbox: Sie gibt Sicherheit. Als Hund hat man nicht das Gefühl, sich festhalten zu müssen sondern kann sich gemütlich an den Rand der Box lehnen. Weil sie weich ist (Zeltstoff), ist das auch kein Problem. Bei den gängigen Aluminiumboxen ist das etwas anders - sie werden von vielen Hunden als nicht so gemütlich empfunden.

 

Mio fährt gern im Kofferraum und hat dort eine Matratze wie oben erwähnt. Ihm wird nie schlecht während der Fahrt - und das Hinein- und Hinausspringen fällt ihm sehr leicht.

 

Jette, unserer beigen Freundin, wird es während der Fahrt übel. Auf längeren Strecken fährt sie deshalb aud der Rückbank im Zelt und findet Autofahren seitdem nicht mehr schlimm.

 

Den Fahrstil anpassen

Genau wie beim Fahren eines Pferdehängers passe ich übrigens meinen Fahrstil auch meiner wertvollen Fracht an. Ich möchte meine vierbeinige Freunde nicht durch Kurven hindurchschleudern oder durch ruckartiges Fahren anstrengen. Sie danken es mir, indem sie fit und froh ein- und aussteigen.

 

Ein Hinweis zum Schluss

Ich teile diese Erfahrungen mit Euch, weil viele Hunde mir ihre Erlebnisse mitgeteilt haben und ich mit den Hunden, die zu meiner Familie oder meinem Freundeskreis gehören, sehr viel darüber "gesprochen" habe. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit - hört wie immer auf Euer Gefühl. Und noch viel wichtiger: Auf Euren Hund.  :-)

 

 

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Zur Spassbremse mutiert

Manchmal ist es wirklich schwierig, die Balance zwischen Sicherheit und Risiko zu finden.

Jette und Phoebe
Jette und Phoebe

Wer einmal einen Splitter im Hundemaul gesehen hat, weiß, warum ich eigentlich kein Stöckchen werfe. Außerdem wegen der giftigen Weichmacher im Plastik nur Hundespielzeug ohne Bisphenol A kaufe. Und keine Tennisbälle erlaube, denn die schleifen die Zähne ab. Ja, und überhaupt eigentlich nicht werfe, sondern Spielzeug lieber verstecke, um die Gelenke der Hunde bei den Stopps zu schonen. Phoebe und Jette (hier im Bild) und auch Mio haben darüber mehr als einmal die Augen verdreht. Und ich bin eisern geblieben. Eine muss ja Vernunft walten lassen.

 

Und heute, mit einem riesigen Stock im Maul und einem Glitzern in den Augen schwöre ich, Phoebe sagen hören zu haben: "Entspann dich, Baby! Mach dich mal locker!"

Ich kam gar nicht dazu, ihr den Stock auszureden. Und dann habe ich ein wenig nachgedacht. Wann bin ich eigentlich so eine Prusseliese in Bezug auf meine Tierfamilie geworden? Ihr wisst noch, das ist die Frau, die bei Pippi Langstrumpf die Rolle der besorgten Spassbremse hatte.

 

Mein eigenes Leben lebe ich schließlich auch nicht frei von Risiken. Ja, ich bin eine Biotante und achte auf Schadstoffbelastungen und sowas, aber ich lasse mich in der Regel nicht durch Angst vor etwas leiten. Ich benutze fleißig Handy und Computer (Apple ist nebenbei alles andere als Fair Trade und doch schreibe ich dies auf meinem MacBook), trotz Strahlung. Ich habe gern Spass und genieße das Leben sehr. Vernünftig ist nicht das erste Wort, mit dem mich Freunde beschreiben.

 

Warum darf also Phoebe nicht mal mit einem Stock in Ruhe spielen, ohne dass ich Schnappatmung kriege? Das macht uns wahrlich nicht zu Grenzgängern. Daredevils, Adrenalin-Junkees. Ich werfe damit nicht mit einem Mal all meine Verantwortung für ihr leibliches Wohl über Bord. Es ist nur ein Hund, der mit einem Stock spielt.

 

Ach, manchmal ist es wirklich schwierig, die Balance zwischen Sicherheit und Risiko zu finden. Wie gut, dass Phoebe es vermag, mir gelegentlich zu einer kritischen Distanz zu mir selbst zu verhelfen. Man sieht ja manchmal den Spasswald vor lauter Bäumen nicht.

 

Danke, geliebte Phoebe und geliebte Jette für Euer ansteckendes Vergnügen mit diesem wirklich schönen Stock! Welch ein Privileg, an Eurer Freude teilhaben zu dürfen.

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Die Welt in der wir leben und das Leben allgemein

The world we live in, and life in general. Martin L. Gore aus "Somebody".

Ein Morgen im Wald mit meinen geliebten Hundefreunden - und hört Euch mal an, wer noch alles da war! Was für eine reiche, wunderschöne Welt. Und das zehn Gehminuten entfernt.

Pflanzen sprechen auch

Ich mag es, in einer Welt zu leben, in der alles miteinander spricht.

Ich weiß, nicht jeder kann sich das vorstellen. Aber ich teile mal eine Geschichte mit Euch.

 

Gestern ging ich spazieren. Dann plötzlich ließ mich ein unglaublicher Duft unvermittelt anhalten - ein Weißdorn in der Blüte. Ich musste an den Satz denken "Kommunikation nutzt alle Sinne". Ich dachte kurz weiter. Natürlich! So viel wird in der Natur über Duft geklärt. Und auch in meinen Tierkommunikationskursen spreche ich davon, dass alle Sinne empfänglich sind für Botschaften, mal mehr der eine, mal mehr der andere. Ich musste an jemanden denken, den ich sehr liebe und der kürzlich verstorben ist. Ich fühle mich immer tief verbunden mit ihm, aber es hagelt nicht gerade Botschaften. Manchmal vermisse ich das.

 

Ich kann es mir gut erklären: Ich bin emotional involviert. Außerdem hat man in der anderen Dimension sicher auch andere Dinge zu tun, als mir ständig Nachrichten zu schicken, nur um meine Sehnsucht zu stillen. Trotzdem fühlte ich von diesem Baum so etwas wie Trost und die klare Info, dass auch dieser Sinn, der Geruchssinn, eine Botschaft für mich sein kann. 

 

Als ich weitergehen wollte, hörte ich die Mitteilung, ich solle einen blühenden Zweig mitnehmen. Ich sagte dem Baum, das könne ich nicht. Er sei so schön, ich wollte ihm nichts wegnehmen. Er insistierte. Ich blieb bei meinem Nein und sagte zu ihm: "Ich traue mich nicht. Wenn du das wirklich willst, schick mir ein Zeichen." Insgeheim hielt ich die Sache damit für erledigt.

 

Dann ging ich weiter  spazieren und vergaß den Weißdorn.* Wie es bei mir manchmal ist, sang ich ein Lied vor mich hin. In diesem Fall Closing Time von Semisonic. Das Lied stammt aus 1997. Ich habe jahrelang nicht mehr daran gedacht, obwohl es lange und viel im Radio gespielt wurde. Ich erinnerte es, wie viele hundert andere Lieder auch, Wort für Wort. Mein Textgedächtnis ist ziemlich gut. Freunde lachen manchmal über mich deswegen, weil ich in meiner geistigen Datenbank wahrlich nicht nur die coolen Lieder abgespeichert habe. Als ich beim Singen von Closing Time (ein liebevolles Rausschmeißerlied) also bei der Stelle ankam, die ich auch unten im Liedtext markiert habe, stieg mir wieder der Duft in die Nase. Ich blickte hoch. Und während ich

 

I know who I want to take me home
I know who I want to take me home
Take me home**

 

sang, war ich genau an der Stelle, an der ich zuvor den Ast des Weißdorns nicht mitgenommen hatte. Entschlossen, ich wollte ihm nichts wegnehmen. Und zweifelnd, ob ich ihn richtig verstanden habe.

 

Die Natur, so glaube ich, hat mehrere Möglichkeiten, mit uns in Kontakt zu treten. In meinem Fall geschah es hier über Songtexte. Die mit dem grünen Daumen unter Euch wissen es längst: Auch Pflanzen haben eine Seele. Und selbst die Wissenschaft weiß, dass sie kommunizieren. Trotzdem wollte ich diesen Weißdorn erst nicht verstehen. Meine Überzeugung, ihm nichts abnehmen zu wollen, war in meinem Geist lauter als der Mut, seiner Einladung zu folgen.

 

Ich mag es, in einer Welt zu leben, in der alles miteinander spricht. Bestimmt nennt das hier manch einer Zufall, aber ich habe lange aufgehört, den Zufall als Erklärung für Erlebnisse zu benutzen, die mich so froh machen wie dieses. Zweifel hin oder her.

 

Der kleine Zweig steht nun in unserem Wohnzimmer. I did take him home.

 

 

Closing time (Lyrics: Dan Wilson)


Open all the doors and let you out into the world
Closing time
Turn all of the lights on over every boy and every girl

Closing time
One last call for alcohol so finish your whiskey or beer
Closing time
You don't have to go home but you can't stay here

I know who I want to take me home
I know who I want to take me home
I know who I want to take me home
Take me home

Closing time
Time for you to go out to the places you will be from
Closing time
This room won't be open till your brothers or your sisters come

So gather up your jackets, move it to the exits
I hope you have found a friend
Closing time
Every new beginning comes from some other beginning's end

I know who I want to take me home
I know who I want to take me home
I know who I want to take me home
Take me home



Closing time
Time for you to go out to the places you will be from

I know who I want to take me home
I know who I want to take me home
I know who I want to take me home
Take me home

I know who I want to take me home
I know who I want to take me home
I know who I want to take me home
Take me home

Closing time
Every new beginning comes from some other beginning's end

 

 

* An dieser Stelle hatte ich am Samstag noch nicht weitergeschrieben, den Eintrag aber versehentlich schon gepostet. Nach dem Sternchen kommt also der Rest der Geschichte, die ich Sonntag früh dazugeschrieben habe.

 

** (Übersetzung: Ich weiß, von wem ich mit nach Hause genommen werden will. Nimm mich mit nach Hause)

 

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Hören wir dem Wind zu

Zauberhafte, weise Jette.

Ich war in Gedanken bei jemandem, der seinen Körper verlassen hat und fühlte mich deswegen traurig. "Hören wir ein wenig dem Wind zu", hat meine Freundin Jette zu mir gesagt und sich an meine Seite gesetzt. Gemeinsam haben wir dann dem Rauschen der Bäume und der Elbe gelauscht. Und schon ist alles wieder gut. Wunderbare Jette <3.

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Berühmte Hundetrainer

Machen mich zuweilen wahnsinnig.

Gerade hörte ich von einem wirklich unfair behandelten Hund. Er hat einiges falsch verstanden, weil ihm nichts richtig erklärt wurde. Das "Training" beinhaltete Methoden, die ich gemein finde und die ihn hilflos und verängstigt gemacht haben. Jetzt geht es ihm gut, er ist bei liebevollen Leuten. Darüber bin ich froh.

 

Ich gebe es zu. Ich schimpfe auf sie, die Hundetrainer, die sich auf die Fahnen schreiben, mit Hunden zu flüstern, aber in Wahrheit Gewalt anwenden. Verdeckt manchmal, aber meist gut sichtbar. Die sich auf längst veraltete und aus dem Kontext gegriffene Studien berufen und dabei neueste Erkenntnisse einfach ignorieren. Ich nenne keine Namen, weil ich keine Lager bilden möchte. Manche sind bekannt, andere nicht. Und ich möchte glauben, sie tun ihr bestes, diese Trainer.

 

Aber ich schimpfe auf sie, manchmal. Vor Hilflosigkeit. Weil ich Hunde liebe. Wie gesagt. Und weil ich finde, Hunde schulden uns nichts. Keinen Gehorsam, keine Unterordnung, nichts. Wir haben das Glück, dass sie fast immer gern mit uns leben. Unsere Freunde sind. Und dass sie bereitwillig lernen, sich unserem Leben anzupassen. Was wir tun können, ist sie mit Motivation und Lob zu begleiten und ihnen helfen, unsere Regeln zu verstehen.

 

Dieses Bild und der Satz entstanden im Sommer zwischen meiner geliebten Freundin Phoebe und mir:

 

Du möchtest einen freundlichen, respektvollen Hund?

Dann sei sein Freund und behandle ihn mit Respekt.

Wende positive Trainingsmethoden an. Sie machen Spaß!

 

Hier gibt es einen Links zu guten Hundetrainern und hier zu Büchern, die zum Thema passen.

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Dank an die Hundewelt


Von Herzen und für immer gültig.



Die Geschöpfe, die unser Leben mit uns teilen, tun das in der Regel gern. Sie lieben uns, wir lieben sie. Beide Seiten machen den einen oder anderen Kopromiss, was den Komfort oder die Gewohnheiten angeht, doch das tun wir gern.

 

Dennoch ist es mir ein großes Anliegen, dass wir Menschen uns darüber im Klaren sind, wenn wir von unseren Freunden in Tiergestalt Dinge verlangen, die ihnen schwer fallen. Ganz einfach deshalb, weil sie nicht dem natürlichen Verhalten ihrer Art entsprechen.


Dass sie es trotzdem für uns tun, ist ein großes Geschenk und sollte von uns nicht als selbstverständlich angesehen werden.

 




Danke für all die Male, wo ich Dich bat, Dinge zu tun, die oft Deiner Art fremd sind:

 

... An der zu Leine gehen

Es beraubt Dich Deiner Freiheit und verändert Deine Körpersprache

 

... Hühner als Familiemitglieder zu betrachten

Eigentlich würdest Du sie essen

 

... Auf mein Rufen sofort da zu sein

Du bist ein freies Wesen und niemandem Gehorsam schuldig

 

... Unterwasserlauftraining zu machen

Sich bewegender Untergrund? So etwas gibt es in der Natur nicht.

 

... Autofahren als normal zu akzeptieren

Man ist eingesperrt und irre schnell

 

... Fremde zu treffen und sie nicht begrüßen zu dürfen, obwohl du es wolltest

Du freust Dich, jemanden zu sehen und hast Dein eigenes Begrüßungsritual

 

... Fremde treffen und sie begrüßen zu müssen, obwohl du es nicht wolltest

Nicht immer magst Du andere treffen - und trotzdem dringen sie durch Unachtsamkeit in Deinen Raum

 

... Allein zu Hause zu sein

Du lebst in der Gruppe - allein zu sein ist wirklich selten

 

... Eine Regenjacke zu tragen

Sie macht Geräusche und kommt wahrlich nicht in der Natur vor

 

... Mit Katzen befreundet zu sein

Das ist wirklich eine moderne Erfindung

 

... Silvesterlärm zu ertragen

Schmerzt und ängstigt - und man kann nicht davonlaufen

 

... Eine Auseinandersetzung nicht führen zu dürfen, weil ich mich einmischte

Du weißt, was Du tust - und ich lasse Dich aus Angst nicht

 

... Eine Auseinandersetzung führen zu müssen, weil ich mich nicht einmischte

Du hättest Hilfe gebraucht, doch es war nicht genug Unterstützung da

 

... Aufs Jagen zu verzichten

Dabei geht es ums Überleben - es liegt Dir in den Genen

 

... Nicht außer Sichtweite zu stöbern

Dabei findest Du sicher zurück

 

... Buddeln nur an bestimmten Stellen zu dürfen

Wirklich schwer zu verstehen

 

... Im Aas wälzen und sofort saubergewasche zu werden

Du hattest gute Gründe, Dich zu wälzen

 

... Überhaupt gewaschen zu werden

Eine Zumutung, besonders, wenn es mit Schaum passiert

 

... Nicht das zu essen, was du draußen leckeres aufgespürt hast

Dabei ist die Welt voller essbarer Dinge

 

... Meinen komischen menschlichen Zeitplan mitzumachen

Wie oft hieß es "Gleich geht´s los" - und dann verlor ich mich in Menschenkram

 

...

 
Die Liste ist sicher unvollständig. Wofür seid Ihr Euren Freunden in Hundegestalt besonders dankbar?

 

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Die Gesetze der Erde annehmen

Mit allem, was dazu gehört.

Erdung ist Verbindung. Anknüpfen an das, was uns umgibt. Die Elemente spüren. Durch die Sohlen unserer Füße, durch die Knie, die Hände, das Gesicht. Zu fühlen, wie die Erde uns so viel Kraft spendet, dass wir sie an andere weitergeben können. Dass sie unsere Worte beeinflusst, unsere Gesten, unsere Mimik, unser Handeln.

Erdung ist Freundschaft. Ich fühle sie mühelos in aller Klarheit, wenn ich wie ein kleines Mädchen im Moos sitze, umringt von meinen Freunden in Hundegestalt. Ihre Blicke sind voller Liebe und Abenteuerlust, ich habe schmutzige Hände und Spinnenweben im Haar.

Erdung ist Bindung. An Form, an Zeit, an Gesetze. Geerdet sein heißt auf englisch  "to be grounded" und ist zugleich die Übersetzung für "Hausarrest haben". Natürlich möchte ich das Leben auf diesem wunderschönen Planeten nicht mit einer erzieherischen Maßnahme vergleichen, aber im weitesten Sinne hat es mit Regeln zu tun. Und so bedeutet es eben auch, mich daran zu erinnern, worauf ich mich eingelassen habe "hier unten". Die Geburt, das Leben, das Altern, das Sterben. Die Wunder und den Schmerz. Die Liebe, das Lernen, das Wachstum.

 

Erdung ist Annahme. Wie schnell die Dunkelheit eintritt, wenn man sich gegen irdische Vorgänge wehrt, durchleben wir, wenn wir Schmerz erfahren. Verlust. In den Momenten, wo wir uns wehren gegen einen nicht zu ändernden Umstand, gegen vorgeschriebene Lebensprozesse, sind wir abgeschnitten vom Rest der Welt. Allein mit unseren Gefühlen. Den Wandel Schritt für Schritt anzunehmen, bringt Frieden und Akzeptanz. Es stärkt die Verbindung zu allen Lebewesen dieser Erde ebenso wie die Verbindung zu uns selbst.

 

Erdung ist Integration. Wertfreies Beobachten innerer und äußerer Vorgänge. Sie begleitet uns in jedem Atemzug und in jedem Gedanken. Sie ist ein Angebot, das nie ausläuft. Manchmal fühlen wir sie und manchmal nicht. Und in der Zwischenzeit dreht sich die Erde einfach weiter.

 

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Nur weil es geht, heißt es nicht, dass es muss

Von den Grenzen des Zumutbaren.

Vor einigen Tagen waren Mio, Phoebe und ich in eiem fremden Auto unterwegs. Der Plan war, beide für einige Stunden bei meinen tollen Großeltern und ihrer Hündin Jette abzugeben, um dann mit dem Auto weiterzufahren. In unserem eigenen Auto fährt Phoebe auf dem Rücksitz in einer faltbaren Transportbox (eine Art Zelt, zu sehen auf dem Bild) mit einer viscoelastischen Matraze und einem Schaffell. Mio hat seinen Platz im geräumigen Kofferraum. Natürlich ebenfalls mit Matraze und Fell. In diesem fremden Auto war nur Platz für eine Transportbox. Da meine Großeltern nur drei Autominuten von mir entfernt wohnen, bat ich Mio ins Zelt und wollte Phoebe auf dem Sitz davor Platz nehmen lassen. Kurzerhand beschloss sie jedoch, sich neben Mio ins Zelt zu legen. "Ist ja nur für kurz", vermittelte sie pragmatisch, Auch Mio war überrascht von so viel körperlicher Nähe. Weil ich mich darauf verlassen kann, dass Phoebe weiß, was sie tut und auch Mio sein Ok gab, fuhren wir die drei Minuten auf diese Weise. Ich habe diesen seltenen Moment fotografiert. Begeisterte Hunde sehen wahrlich anders aus. :-)

 

Eine Weile später wurde mir noch mal bewusst, wie leicht Hunde sich durch so kooperatives, genügsames Verhalten in Schwierigkeiten bringen können, wenn sie Leute um sich haben, die das als "das macht ihm/ihr nichts" missinterpretieren. Und ich erinnere mich auch beim Schreiben an so viele Momente, wo Hunde, denen ich begegnet bin, Fünfe gerade sein lassen mussten. Das Kind, was zu nah kommt, ein sich herunterbeugender Fremder, laute Musik, ein zu enges Geschirr oder schlimmer noch ein zu enges Halsband, stressige Hundebegegnungen, unsanfte Fahrten im Auto. Die Liste ist endlos fortzuführen. Und auch meine Hundefamilie hat Unanehmlichkeiten für mich in Kauf genommen. Wir alle tun das im Alltag. Das Problem ist nur, dass Hunde, wenn ihnen nicht angemerkt wird, wie es ihnen geht, oft mehr und mehr zugemutet wird. Oder dasselbe immer wieder. Stets gehen dem klare Signale voraus, wie im Bild unten zu sehen ist.

 

Also bleibt es unser Job, diese Signale des Unwohlseins zu erkennen und dem entgegenzuwirken. Dem Unwohlsein übrigens, nicht den Signalen! Ein Weichen oder Knurren zu unterbinden ist in etwa so, wie den Feueralarm an einer Schule zu deaktivieren, wenn es brennt. Also gefährlich und unfair.

 

Wir können unseren Hunden auch Dinge mitteilen und Situationen erklären: "Ich weiß, das ist blöd jetzt. Tut mir leid. Ist gleich vorbei." Oder: "Entschuldige! Ich kümmere mich sofort!"

 

Hunde sind großartig. Sie machen so viel mit und sind meist voller Enthusiasmus für unsere neuen, verrückten Ideen. Und so großzügig mit unseren Unachtsamkeiten. Lasst uns gut auf sie aufpassen. Denn nur, weil etwas möglich ist, heißt das nicht, dass es sein muss.

Zeichnung Lili Chin: www.doggiedrawings.net
Zeichnung Lili Chin: www.doggiedrawings.net
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Telepathie ist schneller als Whatsapp

Umfassend, schnell und nicht greifbar.

Telepathie ist mehr als nur die Übertragung von Gedanken. Es heißt nicht umsonst "fühlen über eine Distanz" - und nicht "denken über eine Distanz". Telepathie vermittelt multidimensionale, sinnesübergreifende Erfahrungen. Gedanken sind flüchtig. Sie kommen und gehen. Eine umfassende Botschaft hingegen hat eine starke Kraft, sie hinterlässt einen großen Eindruck und ist facettenreicher als Sprache.

 

Im Selbstversuch lässt sich das ganz gut überprüfen.

 

Denkt kurz den Satz "Ich beiße in eine Zitrone."

 

Stellt Euch nun vor, herzhaft in eine aufgeschnittene, saftige Zitrone hineinzubeißen. Spürt das Fruchtfleisch zwischen Euren Zähnen. Der kühle, saure Saft fließt in Euren Mund.

 

Wahrscheinlich habt Ihr leichte körperliche Reaktionen gefühlt, als Ihr den Satz gedacht habt. Doch als Ihr mittels Eurer Vorstellungskraft das getan habt, was Ihr dachtet, hat sich die körperliche Reaktion um ein Vielfaches erhöht. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass unser Nervensystem den Unterschied zwischen dem, was wir uns vorstellen und dem, was tatsächlich passiert, nicht kennt.

 

Genau das macht diesen Sinn so außergewöhnlich und kraftvoll. So viel lässt sich durch Gefühl vermitteln. Und mit Gefühl meine ich nicht nur emotionales, sondern auch sensorisches, perzeptives Gefühl. Geruch, Klang, Gedanken, all dies fließt in eine telepathische Botschaft mit ein. Sie ist in Bruchteilen von Sekunden übermittelt. Möglicherweise brauchen wir länger, um unseren Geist in einen empfangsbereiten Zustand zu bringen, aber wenn Sender und Empfänger bereit sind, ist das Übertragen von Informationen schneller als der beliebte Nachrichtenüberbringer Whatsapp. Und man kann so viel mehr übermitteln.

 

Sie ersetzt damit keinen unserer anderen Sinne. Ich schätze mein Telefon und meinen Computer sehr. Ich setze im Umgang mit Mensch und Tier alle Kanäle ein, die ich habe. Doch wenn ich im telepathischen Austausch mit einem Tier oder einem Menschen bin, dann fühle ich manchmal, wie langsam und grobstofflich die alltägliche Kommunikation sein kann. Nicht minder schön, aber doch eher im Tempo meiner geliebten Freunde, der Schnecken.

 

PS: Und neuerdings habe ich sogar Whatsapp auf meinem Handy. :-)

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Frohes neues Jahr!

Kommt gut hinüber mit Euren Lieben!

Jette, die Hündin meiner Großeltern, fürchtet vor Silvesterlärm. Mio kommt gut damit zurecht und bemühte sich gemeinsam mit uns, ihr zu helfen.

 

Als wir, Phoebe, Mio und ich, nach Hause fahren wollten, stellte er sich einfach neben Jette und übermittelte mir, er bleibe wohl besser hier.  So passte er während der ganzen lauten Knallerei auf sie auf und lenkte sie ab mit Spiel und Fürsorge. In den Momenten, wo ihre Menschen ihr aus einem Schreck einmal nicht heraushelfen konnten, war er da. Was für ein Held.

 

Heute ist die Welt wieder in Ordnung, auch für Jette. Frohes neues Jahr an Euch und Eure Lieben!

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Der Hund, der die Kinder betreute

Kinderbetreuung durch Teddy - einmal mehr.

Als mein Großvater aufwuchs, gehörte ein Mischling namens Teddy zu seiner Familie. Teddy war sehr kinderlieb und leistete ihm und seinen Freunden auf der Straße häufig Gesellschaft. Bald wurde in der Nachbarschaft bekannt, dass Teddy auf die Kinder aufpasste. Er hielt sie zusammen und beschützte sie in der frühen Nachkriegszeit vor Fremden. Die Eltern überließen Teddy vertrauensvoll ihre Kinder zur Betreuung.

 

Eines Tages, so erzählte mein Großvater, fand sich ein neuer Junge unter den Kindern ein. Als seine Mutter ihn abends abholen und mitnehmen wollte, ließ Teddy dies nicht zu. Er baute sich  schützend und drohend zwischen ihr und dem Kind auf. Erschreckt wandte sie sich an meinen Großvater, der die Situation gleich aufzuklären wusste: "Er kennt Sie nicht", sagte er zu ihr, "er hat Sie noch nie gesehen. Ich werde ihm sagen, dass der Junge ihrer ist, und dann dürfen sie ihn mitnehmen." Er erklärte Teddy die Situation und versicherte ihm, die Frau gehöre zu dem Jungen. Mein Großvater bedeute ihr, sie könne ihren Jungen nun holen. Sie war nicht überzeugt und zögerte. "Gehen Sie ruhig", sagte er zu ihr, Teddy weiß nun bescheid!" Als sie sich nun erneut näherte, ließ Teddy sie respektvoll passieren und sie durfte ihren Jungen mitnehmen.

 

Teddy und Harald, 1947

 

 

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Eine Nacht ohne Teddy

Von einem besonderen Hund unserer Familie.

Weil mein Großvater mit einem Hund namens Teddy aufgewachsen war, nannte er den Schäferhundmischling, dem er als viel zu junger Welpe das Leben rettete und der ein Familienhund wurde, ebenfalls Teddy.

 

Dieser Teddy ist berühmt in unserer Familie. Ich selbst habe ihn nie kennengelernt, weil ich zu spät geboren wurde. Ich weiß aber aus vielen Erzählungen, wie sehr Teddy geliebt wurde. Dass er fast täglich ein rohes Ei vom Nachbarn geschenkt bekam und es ohne es zu zerbrechen nach Hause brachte, um es dann genussvoll zu essen. Dass er Kaugummi liebte und die Kinder es gern mit ihm teilten (nicht zur Nachahmung empfohlen). Dass er bei den sonntäglichen Spaziergängen an der Elbe mit meinem Großvater auf einen Wink folgte, während andere Leute ihre Hunde streng anbrüllten.

 

Und dann weiß ich, dass Teddy eines Tages zwischen Weihnachten und Neujahr vor lautem Feuerwerk so sehr erschreckte, dass er kopflos davon lief. Alles Suchen und Rufen brachte nichts - Teddy blieb verschwunden. In der Nacht, so erzählten meine Großeltern, schreckte die Familie ständig auf und fand sich in Schlafgewändern vor der Tür, weil sie glaubten, Teddy bellen gehört zu haben.

 

Erst am nächsten Morgen war der Anruf beim Tierheim Hamburg erfolgreich: Ja, man habe einige Mischlinge neu hereinbekommen in dieser Nacht. Meine Großmutter fuhr sofort los. Sie erinnert sich noch genau: "Die Dame vom Tierheim führte mich zu einem Zwinger, wo einige Hunde drin saßen. Ja, und da sah ich Teddy. Von dem Moment an heulten wir beide von unterschiedlichen Seiten des Zwingers, weil wir so froh waren, uns wiederzusehen." "Da muss ich wohl nicht fragen, ob Ihr Hund dabei ist", stellte die Dame vom Tierheim fest und öffnete die Tür. Ein Dank, eine Gebühr, und weg waren meine Großmutter und Teddy.

 

Am Auto angekommen, sprang Teddy auf die Rückbank. Sobald meine Großmutter den Platz hinter dem Steuer eingenommen hatte, spürte sie seine Pfoten auf ihrer Schulter, eine links, eine rechts. Er schmiegte sich an sie und hielt sie fest umschlungen, bis sie zu Hause angekommen waren. Er war so froh, seine Familie wieder zu haben, und das beruhte ganz auf Gegenseitigkeit.

 

Teddy war ein intelligenter, treuer, mutiger Hund, der die Nachbarschaft wie seine rechte Vorderpfote kannte. Und doch hat ihn der Silvesterlärm so sehr erschreckt, dass er davonlief und die Orientierung verlor. Bitte geht auf Nummer sicher und leint Eure Hunde an in dieser Zeit des unberechenbaren Lärms. Der coolste Hund kann die Fassung verlieren und davonlaufen. 

 

Teddy, ich hoffe, es gibt viel Ei und Kaugummi dort, wo Du jetzt bist!

 

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Von Heilung und Versöhnung

Schmerzhaft und heilsam zugleich - die Begegnung mit Leid und Rettung.

Eine ausgesetzte Hündin und eine ausgesetzte, schwangere Katze mit ihren drei Jungen habe ich in diesem Jahr in ihr neues Zuhause begleitet. Habe sie gettoucht nach der Telington Methode, habe sie gepflegt und in traumhafte Hände vermittelt. Mit toller Hilfe. Abgesehen von diesen Fällen ist mein Tierschutz selten zum Anfassen. Häufig bin ich für Tierheime und Tierschutzvereine oder private Tierschützer tätig - über die Entfernung. Viele meiner KundInnen haben Tiere aus dem Tierschutz übernommen.

 

Heute möchte ich danke sagen (in Auszügen):

 

Für die Terrierdame, die nach jahrelanger "Zucht" nun in einem Traumhaus lebt, alle Zeit der Welt bekommt, um zu heilen - und die endlich wahre Liebe erfährt.

 

Für den Mischling aus dem ungarischen Tierheim, der nun Nasenarbeit macht und mehr Unbeschwertheit ausstrahlt als man sich vorstellen kann.

 

Für den Shetlandponywallach, der nach schwerer Hufrehe und Misshandlungen nun seine eigene Herde hat und auf Spaziergängen frei laufen darf.

 

Für die halb erfrorene Katzendame, die jetzt ein kuschliges Zuhause hat mit Leuten, die sich den halben Tag fragen, was man ihr noch Gutes tun könnte.

 

Für den ausrangierten und zum Tode verurteilten Hahn, der jetzt besonderen Schutz genießt und neben eigenen Hühnern auch noch tolle Menschen hat.

 

Für den Lamahengst, der nun endlich nicht mehr im Zug und im Matsch stehen muss, sondern im schönen, trockenen Stall mit toller Weide und seiner Traumstute.

 

Mein Dank gilt der Rettung der Tiere - denen, die auf sie aufmerksam wurden ebenso wie denen, die aktiv wurden. Er gilt auch den Vermittlern, tausenden international vernetzten Leuten. Den unzähligen Pflegestellen und Tierheimen. Den tollen Menschen, die sich verlieben und diesen Tieren ein so mit Liebe erfülltes Leben in Sicherheit und Geborgenheit  und ein Zuhause für immer geben. Denen, die dabei helfen: TierärztInnen, TierhilpraktikerInnen, TTellington TTouch Practitioner, sanfte Trainer, OsteopathInnen, PhysiotherapeutInnen.

 

Aber mein Dank gilt heute vor allem diesen Tieren. Dafür, dass sie uns Menschen teilhaben lassen an dem überwältigenden Gefühl, das sie fühlen, wenn sie endlich ihr Zuhause gefunden haben. Wie sehr sie trotz Trauma und schweren Folgen im Jetzt leben und wie großzügig und selbstverständlich sie ihre Liebe teilen. Dass sie mich als wildfremde Person in ihr Innerstes blicken lassen, voller Vertrauen und Offenheit. 

 

Welch ein Privileg, nach einem solchen Gespräch den Hörer aufzulegen und das Tier, das so viel durchmachen musste, an einem Ort voller Glück und Liebe zu wissen. Es versöhnt mich mit der Welt. Wieder und wieder.

 

 

 

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Was man tun kann bei Geräuschempfindlichkeit

Folgende Tipps sollen helfen, Lärm für Hunde etwas leichter erträglich zu machen.

Phoebe, Ihr seht sie auf diesem Photo, ist bei starkem Gewitter, zur Jagdzeit oder bei Feuerwerk nicht gerade froh und erschreckt sich auch schon einmal (ich übrigens auch), aber durch die folgenden Techniken und Verhaltensweisen kommt sie seit 11 Jahren gut mit lauten Geräuschen zurecht.

Hier also unsere Tipps:

☯ Dabei bleiben und den Hund nicht allein lassen. Phoebe sagt, selbst, wenn man sich nicht berührt, tut es immer gut, dass der Mensch da ist.

☯ Zur Sicherheit: Draußen nicht ohne Leine oder Zaun. Ist die Angst ganz groß, kann jeder einmal den Kopf verlieren und davonlaufen.

☯ Dem Hund vorher und bei Bedarf auch zwischendurch (besonders in den Momenten, wo der Hund zwar besorgt, aber noch ansprechbar ist) verbal erklären: "Es wird die nächsten Stunden etwas lauter. Wir sind sicher hier drinnen, ich passe auf dich auf. Es wird morgen wieder vorbei sein!" Tiere verstehen 80% von dem, was wir ihnen erklären, perfekt. Phoebe ergänzt: "Und wenn Menschen wirklich meinen, was sie sagen, verstehen wir alles, nicht nur 80%."

☯ Manchmal hilf es, heitere oder beruhigende Musik in Zimmerlautstärke anzuhaben. Aber man sollte gelegentlich mal fragen, ob sie noch hilft oder schon nervt, rät Phoebe.

☯ Vorhänge/Rollos/Jalousien und Fenster zu schließen, hält wenigstens einen Teil des Spektakels draußen.

☯ Entgegen aller Ammenmärchen: Mit einem ängstlichen Hund zu sprechen und/oder ihn zu berühren, verstärkt seine Angst nicht. Nicht zu verwechseln mit "trösten mit dramatischer Stressstimme". Aber was gibt Euch Sicherheit? Wenn Ihr Angst habt, und die Person, der ihr sonst vertraut, ignoriert Euch? Oder wenn diese Person Eure Angst anerkennt, Euch erklärt, was los ist und ruhig und ansprechbar an Eurer Seite bleibt? Und sie Euch vielleicht noch durch sanfte Techniken hilft, Euch besser zu fühlen? Phoebe sagt, letztere. Und ich als Mensch fühle das ähnlich.

☯ Ein enges T-Shirt oder Thundershirt anziehen (gut beobachten, wann es Zeit ist, es wieder auszuziehen und den Hund damit nicht unbeaufsichtigt lassen). Dieser passive sensorische Input hat als Körperbegrenzung oft eine beruhigende Wirkung. Phoebe trägt gelegentlich eine Körperbandage aus dem Tellington TTouch® (www.tteam.de) oder eine Wollweste und empfindet das eine zeitlang als sehr angenehm.

☯ Notfalltropfen (Bachblüten) helfen vielen Hunden. Man kann sie stark verdünnen (4 Tropfen auf eine Stockbottle mit Quellwasser, dann ist der Alkoholgehalt deutlich verringert), was der Wirkung keinen Abbruch tut.

☯ Warm halten (Kälte verstärkt Angst häufig).

☯ Eine Höhle anbieten (z.B. unter dem Tisch oder eine faltbare Transportbox), in die der Hund bei Bedarf hinein und hinaus kann, wie er mag. Phoebe hat ein kuscheliges, großes Hundezelt mit Decke darüber und Matratze drinnen und schätzt diese Rückzugsmöglichkeit sehr.

☯ Kauen und essen allgemein beruhigt (lässt das Nervensystem von Sympathikus auf Parasympathikus umschalten, also von Stress- auf Normalmodus). Nicht jeder Hund kann essen, wenn er Stress hat, aber es lohnt sich, es gelegentlich zu versuchen.

☯ Sanft zur Bewegung einladen, das regt das propriozeptive System an (dessen Rezeptoren an Gelenken liegen und den einzelnen Körperteilen eine Information darüber geben, wo sie sich im Verhältnis zum Raum befinden) und fördert die Ausschüttung beruhigender Hormone wie Serotonin und Dopamin.

☯ Insgesamt kreative Wege aus der Schreckstarre finden: Mal ein Bein oder die Rute kreisen, die Ohren und die Stirn sanft bewegen. Nie im großen Rahmen, sondern ganz klein und sachte. Und immer in Rücksprache mit dem Hund.

☯ Spiele oder Beschäftigung anzubieten, kann helfen. Aber oft ist einem gar nicht danach, wenn man sich fürchtet, sagt Phoebe. Trotzdem: Es vorzuschlagen, lässt dem Hund die Wahl. Manchmal hilft es, in Stresssituationen etwas ganz routinemäßiges zu tun.

☯ Die Ohren von der Basis bis zur Spitze sanft im gleichmäßigen Rhythmus abstreichen. Phoebe sagt, es tut ihr gut, wenn die Ohren sich angenehm warm anfühlen (bei Stress sind sie oft kalt).

☯ Achtsames, erdendes Abstreichen von Kopf bis Pfote und Rutenspitze, gern ergänzt durch die sogenannten Tellington TTouches®, kann beruhigen und dafür sorgen, dass der Hund nicht "außer sich vor Angst" gerät.

☯ Löst Spannungen, unterstützt die Atmung und senkt damit häufig das Angstlevel: Sogenannte Pythonheber aus dem Tellington TTouch®. Dazu, z.B. an Bein oder Rücken, die Hand auflegen, die Haut ein klein wenig anheben, dann sanft wieder herunter begleiten. Dann ein Stück weiter unten ansetzen und das Ganze wiederholen. Phoebe atmet richtig schön durch nach ein paar Pythonhebern.

☯ Pausen geben! Nicht alles, was gut ist, wirkt sofort. Gebt Eurem Hund Zeit, Euch eine Antwort zu geben, ob Eure letzte Maßnahme hilfreich war. Und: Manchmal ist weniger mehr.

 


Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Außerdem prüft bitte selbst, was für Euch stimmig ist, indem Ihr Euren Hund gut beobachtet und befragt. Nicht alles ist für jeden hilfreich!

Liebe Katzen-, Pferde-, Hamster-, Meerschweinchen-, Kaninchen-, Vogelfreunde: Nach eigenem Ermessen gibt es auch unter diesen auf Hunde ausgerichteten Tipps den einen oder anderen, den Ihr auch für Eure Tiere anwenden könnt.

Allen, die geräuschempfindliche Tiere haben, empfehle ich zudem, unter www.tteam.de eine der vielen qualifizierten Tellington TTouch® Practitioner, Coaches und LehrerInnen in Eurer Nähe zu finden und vorbereitend etwas für Balance und Selbstsicherheit zu tun. Je ausgeglichener man insgesamt ist, desto eher kommt man auch mal mit Stress zurecht, da geht es den Tieren nicht anders als uns Menschen.

Und mit Hilfe der Tierkommunikatorin Eures Vertrauens Eure vierbeinigen Freunde zu fragen, wie man ihnen bestmöglich helfen kann, ist natürlich immer eine gute Idee. Viel Erfolg!


Diese Informationen dürfen gern geteilt werden. Auf dem Foto schaut Phoebe übrigens nicht zum Gewitter auf, sondern zum Schaf Nele, die auf einem kleinen Berg steht .

PS: Wie sehr ich sie liebe, die Phoebe

Phoebe und Christine

 

Tim Munro von Naturally Wild mit ein paar Techniken, die sich bei Geräuschempfindlichkeit bewährt haben-

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Weißt Du, dass Tiere sprechen?

Ein Gedicht von mir.

Sie sprechen mit den Bäumen.
Sie sprechen mit der Nahrung, die ihnen Kraft spendet.
Sie sprechen mit der Sonne.
Mit dem Mond, der die Nacht erhellt.
Mit Mutter Erde, die sie trägt.
Sie sprechen mit dem Wind.
Sie sprechen mit den Steinen unter ihren Körpern.
Sie sprechen mit dem Wasser, das ihnen Leben schenkt.
Sie sprechen mit Engeln.
Mit Feen und Elfen.
Mit den Wesen aller Dimensionen.
Sie sprechen mit allem, was ist.
Weil alles eins ist.
Und sie sprechen auch mit uns Menschen.
Mit Dir.
Und alles, was ist, spricht mit Dir.
Ohne Worte.
Nur durch Liebe.
Schon immer.
Es ist Zeit hinzuhören.
Es ist Zeit zu antworten.

© Christine Tetau, 2006

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Missverständnisse unter Freunden

Wie Hunde untereinander für Klärung sorgen.

Wie wichtig es ist, im Zusammenleben mit Hunden aufmerksam zuzuhören, habe ein gestern einmal mehr erlebt.

Wie viele von Euch wissen, lebt Mio seit diesem Frühling bei uns. Er ist ein freundlicher, liebevoller Hund. Er und Phoebe gehen sehr respektvoll miteinander um und es verbindet sie eine tiefe Freundschaft.

Phoebe bewahrt sich gern etwas von ihrem Essen für später auf. Seit Mio bei uns lebt, geht das nicht mehr so einfach, weil er (vielleicht ist das das geheime Labrador-Gen) nicht widerstehen kann, wenn Reste stehen bleiben. Darum räume ich sofort ab, wenn gegessen wurde und bringe Phoebe später ihren Nachschlag, wenn sie mich darum bittet. Klappt super, Mio kriegt dann auch noch einen kleinen Snack - und alle sind zufrieden.

Gestern vergaß ich, zügig abzuräumen. Die Hunde kuschelten sich, so dachte ich, auf ihre Betten und ich widmete mich dem Computer. Als ich ein leises Brummen von Phoebe hörte, war ich nicht alarmiert, weil es sich wie ein wohliges Brummen anhörte, wie ich es schon hunderte Male zuvor gehört hatte. Ich fragte also nicht nach. Dann folgte ein weiteres Brummen, diesmal klang es weniger wohlig. Ich blickte auf und sah Mio, wie er sich Phoebes Schüssel näherte. Bevor ich etwas sagen konnte, sprang Phoebe auf und meckerte Mio an, er solle gefälligst von ihrem Essen wegbleiben. Mio war ganz erschrocken, weil Phoebe sich eigentlich nie um Essen streitet - und er auch nicht. Er hatte nur unschuldig nachschauen wollen, ob noch was da ist. In anderen Situationen zuvor hatte Pheobe ihm das sogar ausdrücklich erlaubt.

Hier aber haben wir, Mio und ich, beide Fehler gemacht: Ich habe nicht abgeräumt, Mio hat nicht vorher gefragt. Und wir beide haben Phoebes "Brummen" nicht ernst genommen.

Nach dem kurzen Schreck habe ich mich bei beiden entschuldigt, sie in diese Situation gebracht zu haben. Mio hat Phoebe gesagt, würde ab jetzt vorher fragen. Phoebe fand, jeder macht mal Fehler. Und dann war alles gut. Klassische Versöhnung - Küsse auf die Wange für alle. Wirklich: Phoebe und Mio küssen sich liebevoll zur Begrüßung und zu besonderen Anlässen - das hier war so einer. Sie sind einfach toll.

Ich werde oft gefragt, ob ich dauernd mit meinen vierbeinigen Familienmitgliedern reden würde. Und meine Antwort ist: Wir sind immer verbunden. Und wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit bei ihnen bin, höre ich jede telepathische Botschaft von ihnen. Bin ich aber abgelenkt, so wie in diesem Beispiel, brauche ich meine andern Sinne, um überhaupt aufmerksam zu werden. In diesem Fall meine Ohren und dann Augen. Erst dann konnte ich tiefer nachfragen und die Situation erfassen.

Kommunikation ist immer ein Zusammenspiel aller Sinne - mal der eine mehr, mal der andere. Und wenn sie einmal nicht so gut funktionieren, dann gibt es ja immer noch die Möglichkeit der nachträglichen Aufklärung und des Vertragens.

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Schneckenpräsenz

Was uns Schnecken beibringen können, während wir glauben, sie zu retten.

Ich liebe Schnecken. Vor einigen Jahren hob ich, so wie hunderte Male zuvor, eine von der vielbefahrenen Straße auf und trug sie hinüber.

Was viele nicht wissen: Schnecken ziehen sich nicht erschrocken in ihr Haus zurück, wenn man sie vorwarnt, dass man sie hochheben wird. Es ist ein solch berührender Moment, wenn diese zarten, verletzlichen Tiere einem ihr Vertrauen schenken und sicher auf der Hand Platz nehmen. Wenn man es eilig hat oder nicht präsent ist, schrecken sie zurück.

Die Schnecke, die ich an diesem Tag über die Straße tragen wollte, erzählte mir von "Schneckenpräsenz". Und davon, wie man seine Präsenz an der Reaktion der Schnecke messen kann. Es geht also nicht nur darum, sie vorzuwarnen, sondern darum, sich in einen Zustand zu bringen, der es ihnen erlaubt, sich mit einem zu verbinden. Seitdem stelle ich mir in Momenten der Geistesabwesenheit oder Nervosität die folgende Frage (und gebe sie an meine SchülerInnen weiter):

Könnte ich jetzt eine Schnecke hochheben?

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Tiere und Privatsphäre

Es ist kein Akt der Vermenschlichung, mit den Informationen der Tiere achtsam umzugehen.

Das gilt natürlich strengstens in meinem Beruf - niemals gebe ich Botschaften unerlaubt weiter - aber auch privat. Genausowenig, wie ich die Krankheitsgeschichte und sämtliche traumatische Erlebnisse menschlicher Angehöriger teile, würde ich das bei den vierbeinigen Familienmitgliedern tun. Nicht dass ich etwas gegen fruchtbaren Austausch hätte, denn er ist für das Bewusstsein vieler Menschen wichtig und tut gut. Aber allzu häufig beobachte ich, dass über Tiere in deren Gegenwart gesprochen wird, als verstünden sie es nicht. Sie verstehen es aber! Fast immer. Das heißt nicht, dass sie es gleich bewerten wie wir. Manchen Tieren macht es gar nichts aus, wenn etwas über sie erzählt wird. Doch scheint es immer wieder vorzukommen, dass wir Menschen an einem oder mehreren schlimmen Ereignissen im Zusammenhang mit unseren Tieren so hängenbleiben, dass wir sie wieder und wieder auf den Tisch bringen. Du hast Deinen Hund gerettet? Er dankt es Dir sicher täglich durch seine Liebe. Und mein Herz wärmt sich bei dem Gedanken, dass es ihm dank Dir gut geht. Aber im Hier und Jetzt erlebst Du sicher, dass anderes zählt - nämlich die innige Verbindung und ein schönes gemeinsames Leben.

Phoebe und ich stellen uns gerade folgendes nicht ganz ernst zu nehmendes Gespräch unter Hunden vor:

Balou: "Das ist Sabine, mein Frauchen. Als ich sie kennenlernte, konnte sie gar nichts. War total depressiv!"
Kira: "Echt? Wahnsinn, jetzt strahlt sie ja richtig!"
Balou: "Ja, das war auch viel Arbeit. Fällt manchmal immer noch zurück in alte Muster."
Kira: "Ja, das kenne ich. Bei meinem Peter war es die Arbeitssucht. Ist und bleibt schwierig mit ihm. Und jetzt wird er auch älter."
Balou: "Ja, hab ich gesehen, er ist ganz grau!"
Kira: "Kam mit dem letzten Winter."
Balou: "Und etwas dicker ist er auch, oder?"
Kira: "Ja, leider. Ist aber vielleicht auch wegen seiner schlechten Ernährung, bevor ich zu ihm kam."
Balou: "Kriegt man nie ganz raus!"
Kira: "Nee, aber wir hoffen auf noch ein paar schöne Jahre."
Balou: "Ich drück die Pfoten!"

Damit einen herzlichen, augenzwinkernden Gruß von Phoebe, Mio und mir

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UND OB Tiere ein Besusstsein haben!

Eine beeindruckende Rettungsaktion einer Kröte für eine Ratte.

Eine Ratte kann nicht mehr schwimmen, da kommt ihr eine Kröte zu Hilfe und trägt sie ans Ufer... Langsam kann wirklich niemand mehr glauben, Tiere hätten kein Bewusstsein. Das haben sie - und zwar alle. ♥

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Elfjähriges Unterrichtsjubiläum

Im Oktober 2002 habe ich meinen ersten Tierkommunikationskurs unterrichtet.

Nun habe ich also elfjähriges Unterrichtsjubiläum und zwölfjähriges Einzelberatungsjubiläum. Wie die Zeit vergeht.

DANKE, DANKE, DANKE an alle Geschöpfe, die mir den schönsten Job der Welt ermöglichen. Besonders an dieser Stelle meiner geliebten Sheila, ohne die ich niemals von der Möglichkeit, mit Tieren tiefer zu kommunizieren, erfahren hätte. ♥

Happy Birthday to Phoebe!

Meine geliebte schwarz/weiße Freundin.

Heute wird dieses wunderbare Geschöpf 11 Jahre alt. Ich bin so froh und voller Dankbarkeit, dass es sie gibt. Über 1000 Menschen hat sie ihr erstes Gespräch mit einem Tier ermöglicht. In unzähligen Konsultationen hat sie wertvolle Tipps gegeben.     Aber mehr als alles andere macht sie mein Leben jeden Tag schöner. Ihre Liebe, ihr Sinn für Familie und Freundschaft, ihr großes Herz, ihre Weisheit, ihr Humor, ihre Mimik, ihr seidiges Fell, ihre puschelige Rute... Danke, danke, danke! Heute habe ich frei und wir feiern mit Freunden und Familie im kleinen Kreis.